Kriterien zur Graduierung am IIGS


Prolog:    „Das Institut orientiert sich in seiner Arbeit an der Spiritualität der biblischen Botschaft und bezweckt das Studium, die Vermittlung, die Verbreitung und Weiterentwicklung der Integrativen Gestaltpädagogik und der psychagogisch orientierten christlichen Religionspädagogik, christlichen Lebens- und Sozialberatung und Seelsorge“ (Aus dem Statut des IIGS)


GestaltpädagogIn-A  GestaltberaterIn-B  GestalttrainerIn-C  GestaltsupervisorIn-D


1. Wozu Graduierungen am IIGS?


1.1. Was wir in den Kursen und Seminaren am IIGS für uns erfahren und lernen, soll und kann uns helfen, in allen Bereichen des Lebens uns selbst und anderen Menschen achtsam und reflektiert zu begegnen. Dieses MEHR an Selbst- und Sozialkompetenz dient uns im jeweiligen Beruf, es ist aber kein neuer Beruf.


1.2. Die Ziele der einzelnen Graduierungsbausteine sind:


A: Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Gestaltkurs im Umgang mit sich selber und mit den Mitmenschen reflektieren und vertiefen.


B: Gestaltpädagogische Beratungskompetenz anbieten können, wenn jemand aus dem privaten und/oder beruflichen Umfeld in krisenhaften Situationen das Gespräch sucht.


C: Gruppendynamische Prozesse verstehen und so anleiten, dass wertvolle Erfahrungen für jeden einzelnen und für die Gruppe möglich werden.


D: Aus unserer Erfahrung heraus das Handeln und Verhalten einer Person supervidieren können und damit die persönliche Sicherheit und Kompetenz der begleitenden Person stärken.


1.3. All das, was wir uns im Rahmen aller Kurse, Seminare und in Selbstreflexion angeeignet haben, können wir in unseren angestammten Berufen umsetzen. Freilich ist das Erlernte fachlich so kostbar, dass es unter Umständen auch für die Erlangung eines eigenen Berufes (Psychologischer Berater, Psychotherapeut, Supervisor ….) vorgelegt und anerkannt werden kann.


2. Was wird für den einzelnen Graduierungsbaustein verlangt?


Für alle Graduierungsbausteine gilt, dass die vom Curriculum vorgegebenen Kurse, Seminare, Supervisionen …, absolviert werden müssen. Jede/r KandidatIn ist für die Erfüllung dieser Kriterien selbst verantwortlich. Vergleichbar Gleichwertiges aus anderen Instituten kann anerkannt werden.


Für A: Ein zur Gänze absolvierter Grundkurs wird mit einer schriftlichen Arbeit über einen Prozess, bei dem gestaltpädagogische Elemente sinnvoll angewandt und umgesetzt wurden, abgeschlossen. Von Beruf, Pfarre, Gesellschaft bis zum familiären Alltag sind der Fantasie und Kreativität keine Grenze gesetzt. Der/die SchreiberIn reflektiert selbst sein/ihr Gelingen und greift dabei auf die Theorie zurück, wie er/sie im Grundkurs gehört hat. Die Fachliteratur aus unseren Instituten (auch IIGS-Zeitschrift) ist dabei sehr hilfreich und muss richtig zitiert werden.


Für B: Für die Gestaltberatung ist eine längere Beratungserfahrung notwendig (etwa ein halbes Jahr). In der Arbeit werden ein oder mehrere Prozesse aus Familie, Schule oder Nachbarschaft mit einer oder mehreren Personen beschrieben. Der Prozess der begleiteten Person, die Hilfestellung und die eigene Erfahrung in der Begleitung werden reflektiert. Dabei wird auf Fachliteratur zurückgegriffen, die als Beleg dient und richtig zitiert werden muss. Nur fertig ausgebildete Lebens- und SozialberaterInnen können bereits im ersten Jahr nach dem Gestaltgrundkurs die Graduierung im Baustein B erlangen. Es ist in jedem Fall empfehlenswert, sich genügend Zeit zu nehmen, Erfahrungen zu sammeln und sich Supervision dafür zu gönnen.


Für C: Für diesen Baustein muss ein erfolgreich absolviertes Co-Training an unserem Institut nachgewiesen werden. Für Gestalttraining ist es notwendig, gruppendynamische Prozesse zu verstehen und so anzuleiten, dass wertvolle Erfahrungen für Einzelpersonen und Gruppen möglich werden. In der schriftlichen Abschlussarbeit sind Prozesse und Lernziele zu dokumentieren und mit Fachliteratur nachvollziehbar zu belegen.


Für D: Ein supervisorischer Begleitungsprozess ist zu dokumentieren. Das Studium von Fachliteratur wird vorausgesetzt und ist in der Arbeit anzugeben.


3. Die schriftliche Graduierungsarbeit


Die Arbeit soll eine Dokumentation eines Prozesses sein, den man mit sich selbst und andern in einem Bereich seines Lebens beobachtet, begleitet und reflektiert hat. (Privat, beruflich, spirituell, in religiöser Gemeinschaft und Gesellschaft)


Für die schriftlichen Arbeiten aller Graduierungsbausteine ist folgendes zu beachten:


  • Die Darstellung einer Ausgangsituation und der handelnden Personen.
  • Die Begründung und Entfaltung einer Zielvorstellung.
  • Die Darstellung des Themas und sein theoretischer Unterbau, der mit Hilfe einschlägiger Fachliteratur sinnvoll zu belegen ist.
  • Beschreibung des Projekts, des Verlaufs und die nötige Reflexion.
  • Eigenreflexion im Hinblick auf die Frage: Was hat die gestaltpädagogische Ausbildung in meiner Lebensführung beruflich und privat verändert?
  • Ausbildungsausschuss Oktober 2014


Empfohlene Literatur:


Albert Höfer u. a.; Handbuch der Integrativen Gestaltpädagogik und Seelsorge, Beratung und Supervision; Band I, II, III und IV; 

LogoMedia-Verlag Graz-Heiligenkreuz a. W./ISBN – 3 – 902085 – 03 – 7

Bestelladresse: Haus Werdenfels; Waldweg 15; D-93152 Nittendorf;

Email: buero@haus-werdenfels.de


Albert Höfer; Hoffnung der Liebenden, 2001.Topos  plus 387


Kurt F. Richter; Erzählweisen des Körpers.
Kallmeyersche Verlagsbuchhandlung .
ISBN 3-7800-58110-3


Dorothea Rahm; Gestaltberatung. Jungfermann 2011. ISBN 978-3-87387-787-0


Bruno-Paul  de Roeck:  Gras unter meinen Füßen. 1987 rororo 7944


Bick, Rolf: Ich singe den Ruhm der Gestalt, EPH 2011


www.iigs.at  ZVR-Zahl: 356542037